Gut, sauber, fair

Slow Food im Ruhrgebiet: Lebensmittel im Zentrum einer Bewegung

Slow Food ist eine internationale Bewegung, eine Non-Profit-Organisation, die aus bewussten Genießern und mündigen Konsumenten besteht. Ihre Mitglieder pflegen die Kultur des Essens bzw. Trinkens. Slow Food fördert zudem die Landwirtschaft, Fischerei, artgerechte Viehzucht, das traditionelle Lebensmittelhandwerk sowie die Bewahrung der regionalen Lebensmittelwirtschaft. In Deutschland zählt die Bewegung über 13.500 Mitglieder, auch im Ruhrgebiet gibt es lokale Gruppen – auch „Convivien“ genannt – in Dortmund, Bochum, Essen und im angrenzenden Krefeld am Niederrhein.

Gut, sauber und fair – das ist die Philosophie der Slow Food Bewegung, die sich unter anderem dafür einsetzt, dass jeder Mensch Zugang zu Nahrung hat und somit sein eigenes Wohlergehen sicherstellt, aber auch das Wohlergehen von Produzenten und Umwelt erhält. Slow Food fordert, dass Lebensmittel sowohl geschmacklich als auch gesundheitlich einwandfrei sind. Der Bewegung nach sollen Lebensmittel „sauber“ hergestellt werden – das bedeutet, ohne Schaden an Menschen, Natur und Tieren anzurichten.

Slow Food

Sinnes- und Geschmacksbildung

Die Organisation richtet Kurse für Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus, in denen es darum geht, Verständnis und Spaß an Geschmacksvielfalt zu erlernen. Es geht vor allem darum, seinen Alltag hinsichtlich der Ernährung verantwortungsbewusst zu gestalten. Dies stellt vor allem für Kinder und Jugendliche eine wichtige Grundlage für die Entwicklung und vor allem für die Alltagskompetenzen dar.

Der Ansatz der Bildungsprogramme basiert auf der Ansicht, dass Ernährung untrennbar mit Genuss, Kultur und Geselligkeit verbunden ist. Geschmacksbildung wird als Instrument gegen Fast Food und „genormten Lebensmitteln“ gesehen. Durch das Kennenlernen regionaler Küche, traditioneller Produkte, Gemüsesorten und Tierrassen lernt man Lebensmittel zu schätzen und zu schützen.

Zu den Projekten zählen unter anderem die „Sinn-Voll Geschmacksschulung“, die 2012 im UNESCO Kanon für nachhaltige Bildung aufgenommen wurde, sowie geführte Verkostungen für Erwachsene, die von den verschiedenen Convivien vor Ort organisiert werden.

Die Slow Food Bewegung betont, dass unser Essen untrennbar mit Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Wissen, Landwirtschaft, Gesundheit und Umwelt verknüpft sei. Deshalb müsse der Ernähung weltweit eine wichtige Rolle bei politischen Entscheidungen zu kommen, so Slow Food. Und auch regional vor Ort gehen die einzelnen Convivien diesem Credo nach.

Slow Food Convivium Essen

Ob Pilzexkursion, regelmäßiger Stammtisch namens „Schneckentisch“ oder die Teilnahme an Messen und Märkten mit eigenem Infostand – das Essener Slow Food Convivium ist aktiv unterwegs, eben ganz getreu dem Motto „gut, sauber und fair“. Derzeit bildet sich eine „Slow Food Youth“-Gruppe für Jugendliche in der Region Essen – das zeigt, dass das Interesse auch bei den jüngeren Generationen vorhanden ist.

So kann man Mitglied werden

Wer Interesse an einer Mitgliedschaft hat, kann sich bequem per Online-Formular unter www.slowfood.de/mitgliedwerden registrieren. Als Slow Food Deutschland Mitglied kann man an den Veranstaltungen vor Ort und in ganz Deutschland teilnehmen. Jährlich erhalten Mitglieder sechs Ausgaben des Vereinsmagazins „Slow Food Magazin“. Der Jahresbeitrag für Mitglieder beträgt zwischen 12 und 75 Euro. Familienmitgliedschaften sind ebenfalls möglich.

Kontakt

Slow Food Deutschland
Slow Food Convivium Essen

www.slowfood.de

Bilder: Archiv Slowfood / Denise Williamson