Kindergesundheit

Darum ist eine altersgerechte Kinderapotheke so wichtig

Eine gut sortierte Kinderapotheke darf in keinem familiengerechten Haushalt fehlen. Sie sollte hauptsächliche folgende Medikamente enthalten: Zäpfchen gegen Fieber und Schmerzen (bei älteren Kindern und Jugendlichen auch Tabletten), Hustensaft auf pflanzlicher Basis, abschwellende Nasentropfen, eine Zinkoxidsalbe gegen Hautausschlag und einen wunden Po, Wund- und Heilsalbe, Kohletabletten gegen Vergiftungen und ein Antihistamingel gegen Insektenstiche und Sonnenbrand. Hilfsmittel wie ein digitales Fieberthermometer, eine Wärmflasche, Pflaster und Verbandsmaterial sowie Desinfektionsmittel dürfen natürlich ebenfalls nicht fehlen.

Bei der Auswahl der Medikamente kommt es vor allem auf eine kindgerechte Zusammensetzung der einzelnen Inhaltsstoffe an. Die meisten Arzneimittel, die für Erwachsene entwickelt wurden, sind für Kinder vollkommen ungeeignet. Sie können nicht nur vielfältige Nebenwirkungen bei den jungen Patienten auslösen, sondern im schlimmsten Fall sogar lebensbedrohliche oder dauerhafte Folgen haben. Wirkstoffe wie beispielsweise Dimenhydrinat oder Doxylamin sind in sehr vielen rezeptfreien Medikamenten für Erwachsene enthalten. Sie wirken auf das zentrale Nervensystem und den Kreislauf und führen selbst bei den Großen oftmals zu starker Müdigkeit bis hin zur Benommenheit. Bei Kindern ist das zentrale Nervensystem noch ganz besonders empfindlich. Hier kann es bei Einnahme von nicht altersgerechten Medikamenten mit entsprechenden Wirkstoffen unter Umständen zu einem lebensgefährlichen Herz-Kreislauf-Zusammenbruch und zur Dämpfung der gesamten Atemfunktion kommen.

Riskant sind aber auch scheinbar harmlose ätherische Öle wie Kampfer, Menthol, Cineol oder Eukalyptusöl, die in sehr vielen Erkältungsmitteln für Erwachsene enthalten sind. Sie können bei Babys und Kindern Asthmaanfälle mit lebensbedrohlicher Atemnot auslösen. Ebenfalls absolut ungeeignet für die jungen Menschen: Acetylsalicylsäure, ein beliebter Wirkstoff gegen Schmerzen. Er kann das lebensbedrohliche Reye-Syndrom auslösen, was zu einer schweren Schädigung von Gehirn und Leber führt.

Es reicht daher auf keinen Fall aus, die Dosis von Arzneimitteln für Erwachsene bei kindlichen Patienten einfach nur auf das Körpergewicht herunterzurechnen. Ein noch junger Organismus verarbeitet die Inhaltstoffe ganz anders als ein ausgewachsener Körper, gerade bei Säuglingen und Babys läuft der Stoffwechsel deutlich verlangsamt ab. Die mögliche Folge: Die Wirkstoffe werden langsamer abgebaut, sie bleiben länger im Körper und können schweren Schaden anrichten. 2007 trat eine „EU-Verordnung für Medikamente in Kraft. Pharmazeutische Unternehmen sind seitdem verpflichtet, neue Arzneimittel auch an Kindern zu testen. Ausnahme: Präparate, die nur gegen Beschwerden von Erwachsenen helfen sollen (beispielsweise Mittel gegen eine vergrößerte Prostata).

In den Packungsbeilagen der einzelnen Medikamente finden Eltern im Zweifelsfall zudem einen Vermerk, ab welchem Alter beziehungsweise Körpergewicht die Einnahme bedenkenlos möglich ist. Ab der Volljährigkeit, wenn der Organismus weitestgehend ausgereift ist, dürfen die jungen Menschen auch auf die Apotheke der Großen zurückgreifen. Selbstverständlich ist aber auch dann auf eine korrekte Dosierung zu achten.

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